{"id":365,"date":"2018-01-12T21:21:33","date_gmt":"2018-01-12T20:21:33","guid":{"rendered":"http:\/\/nonobillag.ch\/?p=365"},"modified":"2018-01-12T21:21:33","modified_gmt":"2018-01-12T20:21:33","slug":"schweizer-lokalsender-sagen-nein-zu-no-billag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nonobillag.rhaps.com\/index.php\/2018\/01\/12\/schweizer-lokalsender-sagen-nein-zu-no-billag\/","title":{"rendered":"Lokalsender sagen NEIN zu No-Billag"},"content":{"rendered":"<p>Sowohl die nicht-kommerziellen als auch alle kommerziellen Radios und Fernsehstationen sagen NEIN zu No-Billag. Die 34 geb\u00fchrenfinanzierten Sender w\u00fcrden ihre Konzessionen und ihre Geb\u00fchrenanteile verlieren. Auch die werbefinanzierten Lokalradios w\u00fcrden kaum vom No-Billag-Medienmassaker profitieren, sondern w\u00fcrden wohl unter den neuen Gegebenheiten ebenfalls aus dem Markt gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>An der <a href=\"http:\/\/www.telesuisse.ch\/news\/53\/27\/No-Billag-Initiative-bedeutet-das-Ende-des-regionalen-Service-Public\/d,one_news\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Medienkonferenz der Privatsender<\/a> am 12. Januar 2018 erkl\u00e4rten die Privatsender die Gr\u00fcnde, warum ein JA zu No-Billag bei den meisten Sender den Sendeschluss bedeuten w\u00fcrde:<\/p>\n<ol>\n<li>Im kleinen Land Schweiz hat es nur wenig Platz f\u00fcr Lokalsender. Ein einziges Lokalfernsehen und eine Handvoll Lokalradios k\u00f6nnen in den grossen urbanen Zentren ohne Geb\u00fchrenanteile und nur mit Werbung \u00fcberleben. Die anderen sind auf Geb\u00fchrenanteile angewiesen, wenn sie ein Informationsangebot liefern wollen. Einige von ihnen haben neben Geb\u00fchren auch Werbung, andere verzichten ganz darauf. Kommt hinzu, der kleine Werbemarkt schrumpft laufend, weil immer mehr Werbegelder zu Facebook, Google etc. abfliessen. Auch nach einem JA zu No-Billag wird dieser Markt nicht gr\u00f6sser, sondern h\u00f6chstwahrscheinlich noch enger, weil dann noch mehr Sender um Anteile k\u00e4mpfen.<\/li>\n<li>Pay-TV funktioniert bei Sport, Spielfilmen, Serien und Sex-Angeboten. S\u00e4mtliche geb\u00fchrenfinanzierten Sender investieren die Geb\u00fchrengelder in Information. Informationssendungen k\u00f6nnen nicht per Radio- oder TV-Abonnement finanziert werden. Ein entsprechender Versuch im Wallis ist gescheitert. F\u00fcr Informationen \u2013 ausser bei Zeitungen &#8211; ist kaum jemand bereit, zus\u00e4tzlich zu zahlen.<\/li>\n<li>Fr\u00fcher \u2013 als die Sender noch keine Geb\u00fchrenanteile erhielten \u2013 war die Situation nicht viel besser. Viele Privatsender wurden von grossen Verlagen, die noch Radio und Fernsehen betreiben wollten, quersubventioniert. Da sich das kommerzielle Umfeld v\u00f6llig ver\u00e4ndert hat, k\u00f6nnen sich die Verlage diese Quersubventionierung nicht mehr leisten. Neue Einnahmequellen, wie zum Beispiel zus\u00e4tzliches Sponsoring, w\u00e4ren bei gewissen Sendern m\u00f6glich, w\u00fcrde aber bedeuten, dass massiv mehr in die personelle Infrastruktur investiert werden m\u00fcsste. Das ist nicht m\u00f6glich, wenn die Sender nach Abschaffung des Geb\u00fchrensplitting zu Sparmassnahmen gezwungen werden.<\/li>\n<li>Die No-Billag-Initiative will die Versteigerung von Sendelizenzen (Konzessionen) einf\u00fchren. Die Meistbietenden gewinnen. Die meisten privaten Sender kalkulieren heute schon sehr knapp. Sie k\u00f6nnten nicht mit grossen Investoren mithalten, die sich bei solchen Versteigerungen beteiligen w\u00fcrden. Das heisst, die meisten Sender w\u00fcrden ihr Recht, zu senden, verlieren.<\/li>\n<li>Neben den geb\u00fchrenfinanzierten Sendern profitieren auch rein werbefinanzierte Sender von Subventionen des Bundes: Technologief\u00f6rderung, Ausbildung, Marktforschung u.a. Da die No-Billag ein striktes Subventionsverbot erl\u00e4sst, w\u00fcrden diese Subventionen verschwinden. Eine neue Subventionierung \u00fcber Kantone und Gemeinden ist ebenfalls illusorisch. Im Moment fehlen den meisten Kantonen und Gemeinden die Finanzen. Sie haben angek\u00fcndigt, dass sie nicht in die Bresche springen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>S\u00e4mtliche Verb\u00e4nde der Privatsender-Branche (<a href=\"http:\/\/www.unikomradios.ch\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">UNIKOM<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.telesuisse.ch\/intro\/?lang=de\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Telesuisse<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vsp-asrp.ch\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">vsp<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.urrr.ch\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">RRR<\/a>) sagen NEIN zu No-Billag:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"920\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F383971514&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=920&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1\"><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rabe.ch\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Radio Bern<\/a> hat \u00fcber die Konsequenzen mit Lukas Weiss, dem Pr\u00e4sidenten der Union nicht-kommerzorientierter Lokalradios UNIKOM gesprochen:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"920\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F382601123&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=920&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1\"><\/iframe><\/p>\n<p>Und hier noch ein Interview von <a href=\"http:\/\/radiocorax.de\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Radio Corax Halle<\/a> mit Lukas Weiss:<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-365-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.freie-radios.net\/mp3\/20180214-dieantigezvo-87512.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/www.freie-radios.net\/mp3\/20180214-dieantigezvo-87512.mp3\">https:\/\/www.freie-radios.net\/mp3\/20180214-dieantigezvo-87512.mp3<\/a><\/audio>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sowohl die nicht-kommerziellen als auch alle kommerziellen Radios und Fernsehstationen sagen NEIN zu No-Billag. 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Kommt hinzu, der kleine Werbemarkt schrumpft laufend, weil immer mehr Werbegelder zu Facebook, Google etc. abfliessen. Auch nach einem JA zu No-Billag wird dieser Markt nicht gr\u00f6sser, sondern h\u00f6chstwahrscheinlich noch enger, weil dann noch mehr Sender um Anteile k\u00e4mpfen. Pay-TV funktioniert bei Sport, Spielfilmen, Serien und Sex-Angeboten. S\u00e4mtliche geb\u00fchrenfinanzierten Sender investieren die Geb\u00fchrengelder in Information. Informationssendungen k\u00f6nnen nicht per Radio- oder TV-Abonnement finanziert werden. Ein entsprechender Versuch im Wallis ist gescheitert. F\u00fcr Informationen \u2013 ausser bei Zeitungen &#8211; ist kaum jemand bereit, zus\u00e4tzlich zu zahlen. Fr\u00fcher \u2013 als die Sender noch keine Geb\u00fchrenanteile erhielten \u2013 war die Situation nicht viel besser. Viele Privatsender wurden von grossen Verlagen, die noch Radio und Fernsehen betreiben wollten, quersubventioniert. 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