{"id":357,"date":"2018-01-10T16:55:14","date_gmt":"2018-01-10T15:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/nonobillag.ch\/?p=357"},"modified":"2018-01-10T16:55:14","modified_gmt":"2018-01-10T15:55:14","slug":"der-plan-b-der-kein-plan-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nonobillag.rhaps.com\/index.php\/2018\/01\/10\/der-plan-b-der-kein-plan-ist\/","title":{"rendered":"Der Plan B, der kein Plan ist&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Der Schweizerische Gewerbeverband ist der einzige gr\u00f6ssere Verband in der Schweiz, der sich offen f\u00fcr ein JA zu No-Billag ausspricht, und sogar behauptet, er habe einen Plan B f\u00fcr die geb\u00fchrenfinanzierten Medien. Am 9. Januar 2018 hat er diesen Plan den Medien vorgestellt.<\/p>\n<p>Der Plan B will mit folgenden Inhalten punkten:<\/p>\n<ol>\n<li>Die SRG k\u00f6nne dank mehr TV-Werbung und neuerdings dank Radio- und Online-Werbung 140 Mio. Franken mehr verdienen.<\/li>\n<li>Die SRG k\u00f6nne Pay-Sender einrichten f\u00fcr ihre Programme, z.B. ein \u00abEcho der Zeit\u00bb und eine \u00abTagesschau\u00bb gegen Bezahlung.<\/li>\n<li>Die SRG k\u00f6nne vom Bund rund 300 Mio. Franken Subventionen abholen f\u00fcr einzelne Sendungen, die Service public betrieben, z.B. Kulturf\u00f6rdergelder.<\/li>\n<li>Auch die 34 anderen geb\u00fchrenfinanzierten Privatsender k\u00f6nnten dank diesen neuen Eink\u00fcnften \u00fcberleben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Warum funktioniert dieser Plan B nicht?<\/p>\n<ol>\n<li>Die Werbe-Einnahmen in der Medienbranche sind insgesamt stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Von Online-Werbung profitieren heute vor allem Konzerne im Silicon Valley (USA), wie Google oder Facebook. Es ist zwar m\u00f6glich, das die SRG mit Radio und Online zus\u00e4tzlich Geld verdienen kann. Das geht aber nur auf Kosten der anderen werbefinanzierten Anbieter \u2013 mit anderen Worten, dieser Teil des Plans B w\u00fcrde die meisten anderen Medienunternehmungen \u2013 auch nicht geb\u00fchrenfinanzierte \u2013 in den Ruin treiben. Kommt hinzu, Mehreinnahmen bei einem abgespeckten Programm sind v\u00f6llig illusorisch.<\/li>\n<li>Pay-Sender funktionieren heute nur im TV-Bereich. Anbieter von Spielfilmen, Serien und Sportsendungen funktionieren nur dann einigermassen, wenn sie einen internationalen Markt bedienen k\u00f6nnen. Ein Schweizer Nachrichten-Radioprogramm hat kaum eine Chance, \u00fcberhaupt Kundschaft zu finden und es w\u00e4re nur f\u00fcr einen kleinen (reichen) Teil der Bev\u00f6lkerung erschwinglich. Es gibt kein Beispiel auf der Welt, das dies widerlegt.<\/li>\n<li>Die No-Billag-Initiative verbietet ausdr\u00fccklich, dass der Bund einen Radiosender oder eine Fernsehstation subventioniert. Erlaubt sind nur amtliche Meldungen. Eine unabh\u00e4ngige Berichterstattung zu politischen, kulturellen oder sportlichen Ereignissen d\u00fcrfte nicht subventioniert werden.<\/li>\n<li>Die 34 geb\u00fchrenfinanzierten Privatsender sind viel zu klein, um in einem komplett liberalisierten Werbemarkt mit zu machen oder ein Pay-Angebot lukrativ zu vermarkten. Auch sie d\u00fcrfen laut Initiativtext keine Subventionen vom Bund erhalten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Plan B des Gewerbeverbandes ist ein Plan \u00abBl\u00f6dsinn\u00bb, hat weder H\u00e4nde noch F\u00fcsse und wurde offenbar von Menschen verfasst, die vom Mediengesch\u00e4ft keine Ahnung haben. Ein guter Grund mehr, NEIN zu No-Billag zu sagen.<\/p>\n<p>Hier noch ein Radiokommentar zur Gewerbeverband-Medienkonferenz von Radio Bern:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"920\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F381490916&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=920&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizerische Gewerbeverband ist der einzige gr\u00f6ssere Verband in der Schweiz, der sich offen f\u00fcr ein JA zu No-Billag ausspricht, und sogar behauptet, er habe einen Plan B f\u00fcr die geb\u00fchrenfinanzierten Medien. Am 9. Januar 2018 hat er diesen Plan den Medien vorgestellt. Der Plan B will mit folgenden Inhalten punkten: Die SRG k\u00f6nne dank mehr TV-Werbung und neuerdings dank Radio- und Online-Werbung 140 Mio. Franken mehr verdienen. Die SRG k\u00f6nne Pay-Sender einrichten f\u00fcr ihre Programme, z.B. ein \u00abEcho der Zeit\u00bb und eine \u00abTagesschau\u00bb gegen Bezahlung. Die SRG k\u00f6nne vom Bund rund 300 Mio. Franken Subventionen abholen f\u00fcr einzelne Sendungen, die Service public betrieben, z.B. Kulturf\u00f6rdergelder. Auch die 34 anderen geb\u00fchrenfinanzierten Privatsender k\u00f6nnten dank diesen neuen Eink\u00fcnften \u00fcberleben. Warum funktioniert dieser Plan B nicht? Die Werbe-Einnahmen in der Medienbranche sind insgesamt stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Von Online-Werbung profitieren heute vor allem Konzerne im Silicon Valley (USA), wie Google oder Facebook. Es ist zwar m\u00f6glich, das die SRG mit Radio und Online zus\u00e4tzlich Geld verdienen kann. 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